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Schwestern schreiben WM-Geschichte in Kairo

  • 7. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Dez. 2025

Zwei Schwestern im gleichen WM-Final – Emely und Vivien Jäggi schreiben an der Weltmeisterschaft in Kairo Sportgeschichte. In der Königsdisziplin Gewehr 50m Dreistellung gewinnt die erst 17-jährige Emely Jäggi bei ihrer ersten Elite-WM die Silbermedaille. Schwester Vivien klassiert sich auf dem starken vierten Rang.





Die beiden Schwestern zeigten bereits in der Qualifikation eine souveräne Leistung: Mit je 592 Punkten sicherten sie sich die Ränge 3 (Emely) und 4 (Vivien) und zogen damit diskussionslos in den Final ein. Nina Christen steigerte sich nach einem verhaltenen Start deutlich – ihr fehlte am Ende nur ein Punkt für den Sprung in die Top Acht.

Im Final startete Vivien Jäggi stark und lag nach dem Kniendteil auf Rang 3. Emely folgte direkt dahinter. Nach dem Liegendanschlag war Emely Zweite, Vivien Dritte.

Im entscheidenden Stehendteil zeigte die erst 17-jährige Emely, welches Potenzial in ihr steckt, und holte sich am Ende die Silbermedaille mit einem Total von 465.3 Punkten – hinter der Norwegerin Jeanette Hegg Duestad (465.8). Dabei stellte sie gleichzeitig einen neuen Juniorinnen-Europarekord auf.

Vivien Jäggi fiel im Stehendteil zurück und beendete den Final auf Rang 4 hinter der Britin Seonaid McIntosh.


«MIT MEINER SCHWESTER IM FINAL – DAS GAB MIR KRAFT»Für Emely Jäggi – die Jüngste der acht Finalteilnehmerinnen – war der Tag nicht nur sportlich, sondern auch emotional ein Höhepunkt: «Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Es ist meine erste Medaille an einer Elite-WM – und dann gleich Silber. Ich war ehrlich gesagt ziemlich nervös, aber mit meiner Schwester im Final zu stehen, hat mir unglaublich viel Kraft gegeben. Ich wollte einfach mal inegrätsche bei der Elite – das war ganz klar das Ziel.»

Die WM gemeinsam mit Vivien zu bestreiten, sei für sie etwas ganz Besonderes gewesen: «Es war unsere  erste Elite-WM überhaupt. Wir helfen uns gegenseitig. Vivien hat einen grossen Teil zu dieser Medaille beigetragen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.»

Die frischgebackene Vize-Weltmeisterin meinte abschliessend: «Es war ein mega lehrreicher Tag. Was ich mitnehme: Man muss bis zum Schluss kämpfen!»




«ICH BIN STOLZ AUF EMELY»Schwester Vivien meinte unmittelbar nach dem Final: «Im ersten Moment war ich schon enttäuscht. Ich wollte diese Medaille wirklich – das war ein grosses Ziel von mir.» Zu wissen, dass sie so nahe dran war und es wegen eigener Fehler nicht geschafft habe, schmerze natürlich. Auf der andern Seite sei sie sich jedoch bewusst: «Ich bin Juniorin an einer Elite-WM – und werde Vierte. Mit einem wirklich guten Resultat. Darauf kann ich stolz sein.»

Der Erfolg ihrer Schwester bedeutet ihr viel: «Jetzt geht es wirklich nur um die Freude an Emelys Medaille. Es ist immer sehr schön, mit ihr am Start zu stehen. Das nimmt mir viel Druck – es ist wie ein geteilter Druck. Ich bin sehr stolz auf sie.»




«SIE SIND IHREM ALTER WEIT VORAUS»Joël Strübi, Leiter Spitzensport beim SSV, zieht Bilanz dieses Wettkampftages: «Dass gleich zwei unserer Athletinnen angesichts dieser starken Konkurrenz den Sprung ins Final geschafft haben, ist nicht selbstverständlich.» Auch Nina Christen habe den Finaleinzug nur knapp verpasst.

Beeindruckt zeigt sich Strübi von der Reife der beiden Jäggi-Schwestern: «Wer mit ihnen gearbeitet hat, weiss: Man darf sich nicht vom Alter täuschen lassen. Sie sind ihrem Alter weit voraus – nicht nur leistungsmässig, sondern auch mental. Wie abgeklärt sie in diesen Final gegangen sind, ist bemerkenswert.»

Mit Blick auf die kommenden Jahre stellt Strübi fest: «Wenn wir sehen, was diese beiden Juniorinnen hier gezeigt haben, dann dürfen wir uns für die Zukunft berechtigte Hoffnungen machen. Gleichzeitig merken alle: Die internationale Spitze rückt zusammen. Es braucht immer mehr – auch wir müssen weiter Vollgas geben.» (SSV, cpe)

 
 
 

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